Meine 12 Learnings des Kurses „Building a Second Brain“ (BASB)

Building a Second Brain ("BASB")

Im vergangenen Herbst habe ich einen Online-Kurs absolviert, von dem ich hier im Blog schon einige Male gesprochen habe. Es handelt sich dabei um „Building a Second Brain“, kurz „BASB“. Es geht dabei um ein digitales Gedächtnis mit klaren Regeln, um für mich interessante Inhalte zu speichern und daraus neue Inhalte mit Mehrwert für dich zu generieren.

Kurze Vorstellung: „BASB“

In der Vergangenheit habe ich mir viele Inhalte vom „Erfinder“ Tiago Forte durchgelesen oder per Podcast sowie Video konsumiert. Ich war begeistert. So hatte ich mir Anfang des Jahres auch vorgenommen, dass ich in 2020 ein „Second Brain“ für mich aufsetzen möchte. Um die Theorie dahinter zu verstehen, habe ich dann zwei persönliche Hürden für mich übersprungen und meine Komfortzone verlassen.

Denn BASB ist nicht ganz günstig und dazu noch komplett auf Englisch. Aber mich hat beides nicht abgeschreckt, zumal ich sowieso vorhatte, meine englischen Sprachskills zu verbessern! Ich muss dazu sagen, es handelt sich nicht um einen reinen „Video-Kurs“, sondern es finden viele Termine auch live per Zoom statt. Diese sind aufgrund der Zeitverschiebung zwischen Deutschland und den USA alle digital abrufbar. Nachdem ich die erste „Kohorte“ Anfang des Jahres knapp verpasste habe, weil ich mich nicht schnell genug entschieden hatte, war es dann im Oktober so weit.

Innerhalb von fünf Wochen hat uns Tiago Forte in seine Theorie hinter seinem Second Brain eingeführt und erstmals über Mentoren das Wissen vertiefen lassen. Das Schöne ist, wenn man sich einmal für eine Teilnahme registriert hat, dann hat man auch für zukünftige „Kohorten“ die Möglichkeit, kostenlos teilzunehmen. Und es gibt viele Teilnehmer, die mehrmals dabei waren, ehe es richtig „Klick“ gemacht hat.

Meine 12 BASB-Learnings

Ich denke, dass ich mit meinen Learnings schon auf einem guten Weg bin und will dir daher meine 12 größten Aha-Momente vorstellen:

  1. Ich nutze ein Tool-Stack und nicht das eine Tool, das alles kann. Lange Zeit war ich auf der Suche nach einem einzigen Tool wie Notion, was aber letztendlich alleinstehend nicht funktioniert hat. Ich bin mir bewusst geworden, dass zu meinem Second Brain verschiedene Tools gehören (ein Notiz-Tool, Taskmanager, Read-later-App, Readwise, Bullet Journal etc.)
  2. Ich starte schnell und fokussiere mich auf ein „einfaches“ Tool wie Evernote, das ich bereits Jahre genutzt und mir Prozesse angeeignet habe, auf die ich zurückgreifen kann. Außerdem hat Tiago Forte viele seiner Workflows mit Evernote gezeigt.
  3. Eine Migration der bestehenden Notizen ist nicht notwendig. Inhalte können nach und nach übernommen werden, wenn diese noch mal relevant werden.
  4. Ich habe mir Prozesse zum Aufnehmen der Inhalte („Capturing“) angeeignet, denn es ist wie Tetris spielen, wenn man Inhalte sammelt. Mir ist dabei wichtig geworden, nur Inhalte zu speichern, die mein Herz berühren und in der Zukunft einen Mehrwert für mich haben.
  5. Die PARA-Struktur ist elementar und wird auf meine verschiedenen Systeme übertragen: Notizen, Dateien, Aufgaben, etc.
  6. Ich halte mich an CODE: Capture, Organize, Distill, Express und nutze mein Second Brain vor allem dazu, neue Inhalte zu schaffen und den einen Ort für alle Notizen bereitzustellen.
  7. Endlich habe ich die Progressive Summarization verstanden: Ich mache die „Zusammenfassungen“ nicht immer sofort, sondern erst wenn die Inhalte relevant werden. Jedes Mal, wenn ich eine Notiz anfasse, mache ich diese ein Stückchen besser! Eine Ausnahme sind meine Buch-Zusammenfassungen.
  8. Für meine Projekte nutze ich zur Visualisierung jetzt gerne Icons, das gilt für meine Evernote-Notizbücher sowie meine Todoist-Projekte. Zudem ist meine Projektliste nun visuell immer sichtbar.
  9. Mein Unterbewusstsein, mit dem ich mich im letzten Jahr stark beschäftigt habe, kann schon an meinen Projekten arbeiten. Erst wenn 80% der Aufgaben erledigt sind, gehe ich diese Projekte aktiv an. Ich kümmere mich also um „slowburns“ anstatt „heavy lifts„, wie es Tiago Forte nennt.
  10. Ich nutze für größere Aufgaben oder Projekte die sogenannten „Intermediate Packets“. Damit zerlege ich diese in kleine Pakete, um störungsfrei daran arbeiten zu können. Dadurch will ich zeitgleich mehr Feedback einholen, um so erfolgreicher zu werden.
  11. Ich lese mittlerweile viel bewusster und speichere nicht mehr alle Inhalte wahllos ab. Das gilt für meinen Kindle als auch meine „Read-it-later“-App von Instapaper (mehr Infos zu Instapaper gibt es hier). Nur die besonders wichtigen und markierten Inhalte landen automatisch über Readwise in meinem Second Brain.
  12. Ich habe wieder Spaß an meinem Setup, bin aber auf der Suche nach einem besseren Tool als Evernote, zumal das letzte Update nicht wirklich überzeugend war. Hier bin ich gerade dabei, RoamResearch auf Herz und Nieren zu prüfen, um noch mehr Querverbindungen zwischen meinen einzelnen Notizen herstellen zu können.

Das ist übrigens einer der ersten Inhalte, die ich mit meinem Second Brain aus meinen verschiedenen Notizen zusammengestellt habe.

Das Herz meines Second Brains ist das Tool Readwise, das ich hier schon vorgestellt habe. Abschließend bleibt festzuhalten, dass das „First Brain“ ein Flaschenhals ist. Mit Hilfe meines Second Brains bin ich nun in der Lage, Verbindungen zwischen meinen einzelnen Inhalten herzustellen. Das Ziel für mich ist es, neue Inhalte wie für diesen Blog zu generieren. Wichtig sind dabei möglichst einfache Systeme für das eigene „Personal Knowledge Management“, denen ich vertrauen kann.

Wie will ich mein Second Brain zukünftig  nutzen?

Ich habe für mein Second Brain erst mal auf Evernote zurückgegriffen, um mich zu fokussieren, weil mir Notion einfach zu komplex und umständlich ist. Mittlerweile teste ich aber RoamResearch und schaue mal, welches Tool langfristig meine Nummer 1 sein wird. Ich will mein Second Brain auf jeden Fall dazu nutzen, um für mich wichtige Inhalte zu speichern und letztendlich Mehrwerte daraus für meinen Blog oder andere Projekte zu schaffen.

Das Tolle bei „Building a Second Brain“ ist, dass du nicht nur einmal teilnehmen kannst, sondern so häufig du willst. Ich habe auch bei meiner zweiten Teilnahme viel gelernt und meine Learnings vertieft.

Hier erfährst du mehr über den Online-Kurs „Building a Second Brain“ von Tiago Forte.

6 Kommentare

  1. Vielen Dank für dein Beitrag! Was Notiz-Apps angeht, bin ich auf einem ganz ähnlichen Weg. Seit 2012 bei Evernote, letztes Jahr dann vorsichtig bei Notion eingestiegen und über die Beschäftigung mit dem Zettelkasten jetzt mit Roam Research am Experimentieren (was mir bisher sehr gut gefällt, viele Möglichkeiten bietet und nicht so komplex ist wie Notion) – darüber auch auf deinem Blog gelandet. Werde ihn weiterhin verfolgen! 🙂

    1. Hi Jakob,

      vielen Dank für deinen tollen Kommentar. Es freut mich, dass es vielen so geht wie uns beiden. Ich bin auch echt noch nicht zufrieden mit meinem Setup, aber es wird langsam. Nutzt du einen Taskmanager oder willst du deine Aufgaben auch mit RoamResearch verwalten?

      1. Hallo Daniel,

        fürs Taskmanagement nutze ich seit einiger Zeit Todoist (früher Nozbe), zusammen mit einem physikalischen Planer. Ich habe das in einem Blog-Post hier beschrieben: https://jakobhaddick.de/meine-drei-wichtigsten-tools-fur-die-tagesplanung/, den Planer den ich seit 2020 nutze hier: https://jakobhaddick.de/drei-argumente-fur-die-arbeit-mit-dem-weekview-business-planner/. Ich denke ich bleibe auch vorerst dabei, auch wenn ich Roam in den letzten Wochen noch stärker ausgebaut habe.

        Drei Apps, die Roam ziemlich sicher bei mir ablösen wird, sind Day One (Tagebuch), Notion (Verwaltung) und Evernote (Ablage). Programme, die ich vermutlich parallel weiterhin verwenden werde (auch wenn Roam hier eine Alternative wäre) sind Dodoist (Task Management) und Ulysses (Blog-Beiträge und andere schriftliche Arbeiten). Ich habe zumindest das Gefühl, dass es gut ist ein extra-Programm fürs Task-Management zu haben und Ulysses bietet mir mehr Konzentration aufs Wesentliche beim schreiben, zusätzlich die Möglichkeit direkt nach WordPress zu exportieren. Das ist jedenfalls Stand heute mein Fahrplan.

        Viele Grüße,
        Jakob

        PS: Ich habe übrigens eher zufällig noch einmal in diesen Beitrag hineingeschaut und habe so deine Antwort gelesen. Eine automatische Benachrichtigung habe ich nicht bekommen, was vielleicht sinnvoll wäre, wenn auf eigene Kommentare geantwortet wird.

  2. Hallo Jakob,

    danke für den Hinweis mit der Benachrichtigung für Kommentare. Ich hoffe, ich habe ein gutes Plugin gefunden. Ab sofort kann man sich also benachrichtigen lassen. 😉

    Deine beiden Blogbeiträge habe ich gerade in meinem Instapaper gespeichert und werde ich bei Gelegenheit lesen. Ich war auch kurz auf deinem Blog. Das hört sich verdammt interessant an.

    Was mich speziell zu ROAM interessieren würde, wie willst du damit Evernote als Dateiablage ersetzen?

    Todoist ist ein toller Taskmanager, den ich übrigens auch benutze. Den Business-Planer von Weekview kenne ich, ich habe vor einigen Jahren mal den Weekview Note getestet und immer mal mit dem Business-Planer geliebäugelt. Aber ich bin dann doch beim Bullet Journal geblieben. Aber toll, dass du auch ein hybrides System nutzt. Das gefällt mir gut!

    1. Hallo Daniel,

      dann teste ich gleich mal, ob das klappt mit dem benachrichtigen lassen. 😉 Bei der Datei-Ablage in Roam bin ich tatsächlich auch noch nicht ganz sicher. Bilder und PDFs habe ich teilweise schon mit eingebunden und das funktioniert gut. Dateien habe ich auch bisher schwerpunktmäßig in der Cloud abgelegt. Früher bei Dropbox. aber da ich mich nie zu einem kommerziellen Account durchringen konnte, war das dann mit der DSGVO zu unsicher. Ich nutze seit einiger Zeit Nextcloud und das klappt recht gut.

      Den Business-Planner von Weekview nutze ich nach wie vor sehr gerne – besonders für Jahresziele, Quartalsplanung und Wochenplanung arbeite ich täglich damit. Kombiniert mit dem Time Blocking-Prinzip von Cal Newport (https://jakobhaddick.de/zeitmanagement-mit-system-der-neue-block-dir-zeit-planer/). Den Planer fand ich dann am Ende doch etwas zu klobig, aber die Idee, den Tag durchzuplanen, finde ich optimal. Die Projekt- und Notizseiten am Ende des Planers nutze ich allerdings nicht.

      Was mich interessieren würde: Hast du die Para-Struktur für Roam übernommen? Ich hatte hier (https://praveenanuraj.com/para-setup-in-roam-research-manage-project-tasks/) einen Artikel gelesen, wie das aussehen kann, aber ganz überzeugt bin ich davon hier nicht (im Gegensatz zur Cloud und zu Evernote – da geht das sehr leicht). Roam ist halt doch komplexer als Evernote und man muss sich mehr Gedanken um Struktur machen, aber ich werde weiter dran bleiben und mich bemühen, nicht nach absoluter Perfektion zu streben, sondern nach einem gut funktionierenden System.

      1. Hallo Jakob,

        das klingt interessant. Ich nutze Evernote im Moment auch viel, um Dokumente mit der App zu scannen und somit zu digitalisieren. Diesen Prozess sehe ich nicht bei ROAM. Ich habe es mit Notion versucht, aber das war viel zu umständlich und habe nicht mehr gescannt… Also bin ich wieder zurück zu Evernote. Da dort im Moment viel entwickelt wird, bin ich gespannt, was so passiert.

        Aber ROAM finde ich genial, um Ideen miteinander zu verknüpfen und im Nachhinein zu betrachten. Auch wenn es einen stolzen Preis hat. Ich nutze derzeit Tags um kleinere Projekte mit Querys und meine Areas darzustellen. Meine Ressourcen habe ich noch in Evernote. Ein Archiv brauche ich in meinen Augen bei ROAM nicht bzw. keine explizite Visualisierung. Ich habe für mich entschieden, dass ich weniger bei anderen schaue und sich das System entwickeln lasse. Dann gehe ich auch stärker auf meine eigenen Bedürfnisse ein! 😉

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