So arbeite ich regelmäßig mit meinen Buch-Notizen

Ich mache schon lange Notizen zu meinen gelesenen Büchern. Aber es ist mir nicht gelungen, auch wirklich damit zu arbeiten. Mittlerweile habe ich aber einen für mich funktionierenden „Plan“ entwickelt, um mit Freude meine Notizen zu veredeln und wachsen zu lassen.

Vor kurzem wurde ich in einer Umfrage, die ich per Newsletter verschickt habe, folgendes gefragt:

Wie ich mit den Buchnotizen auch mal wieder etwas tue. Das geschieht bei mir mehr zufällig, aber nicht mit System.

Ich denke, es ist für viele „Lerner“ da draußen schwierig, regelmäßig mit seinen eigenen Buchnotizen zu arbeiten. Man liest viel über den sogenannten Zettelkasten, über den ich auch schon hier und hier geschrieben habe.

Lieber einfach als zu komplex

Aber es muss nicht immer eine komplexe Struktur haben, um regelmäßig mit seinen eigenen Notizen zu arbeiten. Wenn man begonnen hat, Bücher in irgendeiner Art zusammenzufassen oder einfach nur die Dinge aufzuschreiben, die einen inspirieren, dann ist man bereits einen Schritt weiter!

Ich habe diverse Bücher, wie das „Zettelkasten-Prinzip“ oder „How to read a book“, gelesen. Aber erst Linking Your Thinking hat mich dazu gebracht, verstärkt mit meinen Notizen zu arbeiten. Ich habe jahrelang zwar Buchnotizen in Form von Mindmaps in Evernote erstellt, diese dann aber nicht weiter verwendet. Bzw. habe ich eine Art „Lernstempel“ in meinen Notizen genutzt, das war aber nicht wirklich inspirierend und für mich ein langweiliger Prozess, den ich häufig übersprungen habe… So ist es mir aber teilweise gelungen, diese Mindmaps noch mal zu reflektieren. An der Stelle war dann aber auch Ende!

So gehe ich mittlerweile vor

Ich mache Markierungen und Notizen beim Lesen. Nach dem Beenden eines Buches beantworte ich für mich ein paar Fragen und fasse das Buch mit der „Progressive Summarization“ Technik zusammen. Ich erstelle kleine Notizen, sogenannte „Atomic Notes“. Dabei lasse ich mich davon inspirieren, dass ich etwas Neues lernen will oder besonders meinungsstarke Notizen erstelle.

Ich lese „echte“ Hardcover-Bücher oder auch viel auf meinem Kindle. Als Herz zwischen den Systemen hilft mir das Tool „Readwise„, meine Markierungen und Kommentare automatisch zu Obsidian zu übertragen. Dort kann ich diese dann weiterverarbeiten.

Die neuen, rudimentären Notizen landen in meiner Inbox, dem „+“-Ordner. Dort verweilen diese eine Zeit, bis ich entscheide, sie weiter zu bearbeiten. Manchmal ist es nur ein Zitat oder ein Satz, der mich besonders inspiriert hat. Die Notiz befindet sich also in einem „Rohzustand“, den es in der Folgezeit zu veredeln gilt. Dafür habe ich drei verschiedene Status:

  • Connect (Status 1 – Diese Notizen liegen nicht mehr in meiner Inbox und wurden bereits leicht veredelt)
  • Develop (Status 2 – Hier entscheide ich, wie es mit der Notiz weitergeht und füge weitere Ideen und Links hinzu)
  • Express (Status 3 – Diese Notizen werden immer größer und sind irgendwann bereit, von mir verwendet oder veröffentlicht zu werden)

Bei jedem Status füge ich neue Kommentare oder Verlinkungen hinzu, ehe diese dann soweit sind, unter „Express“ für z.B. diesen Blog verwendet zu werden. Die Notizen wachsen somit mit der Zeit und werden veredelt. Jede Notiz, die in meinem „Wissensordner“ landet, ist wenigstens mit einem kurzen Kommentar von mir und mindestens einem Link ausgestattet.

Ich will Konzepte „erkennen“

Neuerdings versuche ich „Konzepte“ zu erkennen und daraus einzelne Notizen zu erstellen. Das ist aber noch in einem frühen Stadium. Ich habe alle Konzepte in einer Liste, um diese ggf. miteinander zu verlinken. Ich habe auch kurze prägnante Notizen wie z.B. „Produktivität“ oder den „Compound Effect“, diese lassen sich besonders gut verlinken.

Fazit: Den eigenen Weg finden und Konzepte erkennen

Wie du sehen kannst, ist es gar nicht so einfach den „eigenen“ Weg für seine Buchnotizen zu finden. Es ist ein Prozess, bei dem man sich am besten auf sich selbst konzentriert und nicht so viel nach links und rechts schaut. Denn meistens funktionieren die Systeme von anderen nicht gut bei einem selbst. Man kann aber meistens ein paar Elemente oder Konzepte „stehlen“ und für sich verwenden.

Ich arbeite auch gerne mit Templates, um meine Notizen zu vereinheitlichen. So habe ich ein Template für meine Buchzusammenfassungen und eines für die neuen Notizen, die sich daraus entwickeln. Bist du interessiert an diesen Templates, dann lasse es mich gerne in den Kommentaren wissen!

2 Kommentare

  1. Hallo Daniel,
    ich habe tatsächlich ein ähnliches System erarbeitet, meine Buchnotizen zu bearbeiten.

    Verstehe ich das richtig, dass du zunächst nur die Highlights in einer Notiz hast und dann sukzessive in die gleiche Notiz Dinge ergänzt und Kommentare bzw. Verlinkungen schreibst, also auch eigene Gedankengänge?
    Wenn du dann wichtige Elemente in dieser Notiz hast (z.B. einen Interessanten Fakt oder eine interessante Überlegung des Autors), dann erstellst du für diese/n eine eigene Notiz und schreibst darin alles interessante zu dieser Idee, sowie verlinkst diese dann in die ursprüngliche Notiz?
    Ist die fertig bearbeitete Notiz, welche ursprünglich die Highlight-Notiz war, dann sozusagen (im Zettelkasten-Jargon) eine „Permanente Notiz“?

    Ich habe mich auch von dem Buch Zettelkasten Prinzip und der Zettelkasten Methode an sich inspirieren lassen, so dass ich aktuell folgendes mache:
    1. Ich markiere Stellen von Büchern im eReader, bzw. schreibe mir auch zentrale Konzepte kurz auf, so dass ich an diese später erinnert werde.
    2. Dann importiere ich die Highlights in Obsidian als sogenannte „Referenz“-Notiz. Innerhalb dieser Notiz mache ich aber nichts weiter.
    3. Anschließend erstelle ich mir eine Literaturnotiz, in welcher ich auch mit Templates verschiedene Fragestellungen beantworte (Zusammenfassung in 3 Sätzen, hat es sich gelohnt das Buch zu lesen etc.) und fasse die wichtigsten Aussagen aufbauend auf meiner Referenznotiz und den vorherig getätigten Notizen zu wichtigen Konzepten zusammen.
    4. Dabei versuche ich so viel wie möglich zu verlinken bzw. auch erstmal Platzhalter zu erstellen. Für die oben genannten wichtigen Konzepte erstelle ich dann meist „Atomic Notes“, wie du, welche diese zentrale Idee beinhalten, und eben nur diese runtergebrochen auf einen Gedanken.
    5. Ich versuche dann auch noch „Parents“-, „Similars“- und „Childrens“-Notizen zu finden, was eine weiter strukturierte Verlinkung von Notizen mit dem Plugin „excalibrain“ ist.
    6. Eigentlich muss ich dann auch mal permanente Notizen erstellen, in welchen ich primär meine eigene Ideen aufschreibe, welche mit den Literaturnotizen verknüpft sind, aber das habe ich bis jetzt nur sehr selten getan.

    Du meintest ja, du hast auch dich mit dem Zettelkasten-Prinzip und LYT etc. beschäftigt, hattest du dann auch schon mal ausprobiert solch einen doch eher umständlichen Weg mit den Notizen zu gehen?

    Ich würde mich auch freuen, wenn du die Templates teilen könntest und sagen könntest, wie du deine Ordner strukturierst (mit CODE, PARA, ACE)?

    Viele Grüße
    Rouven

    1. Hallo Rouven,

      vielen, vielen Dank für diesen dritten und langen Kommentar. Ich bin echt begeistert!

      Du hast es aber schon ganz gut zusammengefasst. Meine Notiz mit den Highlights nutze ich auch, um diese zu veredeln. Ich füge anschließend mit einem Template verschiedene Informationen hinzu und erstelle eine kurze Zusammenfassung in meinen eigenen Worten. Anschließend fasse ich das jeweilige Buch auch in 3 Sätzen zusammen.

      Immer wieder versuche ich atomare Notizen zu erstellen, die dann später zu permanenten Notizen (so wie du es beschreibst) werden. Ich halte mich dabei aber nicht so stark an die Konzepte von Luhmann, das ist mir viel zu theoretisch. Viel wichtiger ist für mich, dass diese atomaren Notizen durch den jeweiligen Status immer wieder von mir bis zu einem gewissen Stand bearbeitet werden.

      Wofür setzt du die Parent-, Children- und Similar-Links? Was ist dein Ziel dahinter? Das Plugin kenne ich bisher nicht…

      Einen richtigen Zettelkasten habe ich für mich nicht aufgebaut, wobei ich aber mit einer Light-Variante experimentiere. Dabei clustere ich alle meine Atomic-Notizen um gewisse Problemstellungen, um so neue Ideen zu generieren. Ich verwende klassisch die ACE-Struktur von Nick Milo, hatte aber auch lange erfolgreich PARA in Evernote im Einsatz.

      Templates kann ich dir gerne zur Verfügung stellen, wenn ich in einer Woche wieder einen Rechner zur Verfügung habe.

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