Review: Das Zettelkasten-Prinzip

Zettelkasten-Review

Wenn ich bloß schon während meines Studiums vom Zettelkasten gehört hätte, wäre mein wissenschaftliches Arbeiten sicherlich um einiges erfolgreicher und vor allem strukturierter gewesen. Aber besser spät als nie, deshalb fange ich jetzt einfach an, meinen Zettelkasten in Notion zu führen. Auslöser dafür war die Buchempfehlung „Das Zettelkasten-Prinzip“. Ich habe einiges gelernt und möchte dieses Wissen über den Zettelkasten gerne mit meinem Blogbeitrag vertiefen.


Theorie des Zettelkastens

Im Zettelkasten werden Informationen gesammelt und miteinander verknüpft. Es entstehen durch ein Invest in die eigenen Ideen Themenschwerpunkte. Wichtig ist, dass klare Regeln erstellt und beachtet werden.

Das ist meine knappe Zusammenfassung, die auch in meinem Second Brain zu dem Buch „Das Zettelkasten-Prinzip: Erfolgreich wissenschaftlich Schreiben und Studieren mit effektiven Notizen“ von Sönke Ahrens in Notion zu finden ist. Der Zettelkasten an sich basiert auf einer Theorie von Niklas Luhmann, der mit seiner Hilfe das wissenschaftliche Arbeiten optimiert hat. Luhmann hat seine handschriftlichen Notizen in den 50er Jahren auf normalen Papierkarten gemacht.

Wichtig ist, dass jeder einzelne Gedanke bzw. Notiz für das wissenschaftliche Arbeiten auf einer Karte mit der jeweiligen Quellenangabe aufgeschrieben wird. Diese Informationen gilt es dann nach und nach mit bestimmten Themen und Interessenschwerpunkten zu verbinden, um so über die Zeit Querverweise zu bilden. Dieser Prozess unterstützt das eigene Denken und entlastet das Gedächtnis.

Die vier Grundprinzipien des Zettelkastens

Ich fasse die vier Prinzipien mal schnell mit meinen eigenen Worten zusammen. Das Wichtigste ist, sich alles aufzuschreiben, gerne auch auf Papier oder in digitaler Form. Dabei sollte man darauf achten, besonderen Fokus auf den Schreibprozess an sich zu legen und mit dieser Einstellung auch an seine täglichen Notizen zu gehen.

Unterschieden wird dabei zwischen flüchtigen, dauerhaften und projektbezogenen Notizen. Nicht alle Notizen sollten auch im eigenen Zettelkasten landen. Aus den Notizen ergeben sich Themenschwerpunkte und Fragestellungen, die sich in der Folge mit eigenen Texten beantworten lassen. In der Theorie entsteht eine positive Selbstdynamik zwischen dem Zettelkasten und den eigenen Gedanken, diese wird immer stärker, je mehr Notizen gespeichert und letztendlich auch „verzettelt“ werden.

Allerdings bin ich noch mitten am Anfang mit meinem Zettelkasten und bin gespannt, wie sich meine Notizen entwickeln werden.

6 Arbeitsschritte für die perfekten Notizen

  1. Es geht darum, Entscheidungen zu treffen und sein eigenes Setup zu erstellen, mit denen man in der Zukunft seine eigenen Notizen verwaltet.
  2. Lesen und Verstehen: Besonders entscheidend ist das selektive Lesen. Das Ziel ist immer, Notizen mit eigenen Worten anzufertigen, diese in den Zettelkasten zu integrieren und miteinander zu verknüpfen.
  3. Kommen wir nun zum bereits angesprochenen „Verzetteln„. Dabei werden die eigenen Notizen gedanklich mit älteren Notizen aus dem Zettelkasten verknüpft.
  4. Diese Zettel gilt es zu Themenschwerpunkten zusammenzufassen und Schlagwörter einzusetzen. Es entsteht aktives Wissen, das mit der Zeit immer besser wird.
  5. Im Zettelkasten ergeben sich eigene Schwerpunkte und Fragestellungen, die für das wissenschaftliche Arbeiten oder das Schreiben von Texten relevant sind.
  6. Es fehlt noch das Ausformulieren und überarbeiten der eigenen Entwürfe.

Was habe ich für mich gelernt?

Es ist wichtig, seine eigenen Ideen und Notizen in einem System zu erfassen und diese miteinander zu „verzetteln„. Aus flüchtigen werden dauerhafte Notizen und die nicht mehr relevanten Informationen können weggelassen werden. Der Invest in die eigenen Ideen wird sich über kurz oder lang auszahlen. Ich bin gespannt, wie sich neue Themen auf meinen Blog entwickeln und wie mich mein Zettelkasten in Notion dazu inspirieren wird. Aber eines ist auch klar, mein Denken findet weiterhin auf Papier in meinem Bullet Journal statt. Die Kunst ist es, dieses Wissen zu digitalisieren und miteinander zu verknüpfen bzw. über eine Suchfunktionalität auffindbar zu machen.

Wie setze ich es in Notion um?

Neben meinem PARA-Setup, inspiriert durch Tiago Forte und in Notion perfektioniert durch Khe Hy, habe ich mir neben meiner Notizdatenbank eine weitere erstellt. Diese hat den Namen „Zettelkasten“ und acht verschiedene Spalten, mit denen ich die Verlinkungen zu anderen Notizen aus meinen allgemeinen Notizen und meinen Webclippings vornehme. Hinzu kommt eine bidirektionale Verbindung innerhalb des Zettelkastens, um die einzelnen atomaren Einheiten auch in Relation zueinander zu setzen und das wahre Potenzial ausnutzen zu können. Ein Verbindung zu meiner zentralen Tag-Datenbank darf ebenfalls für eine Oberkategorisierung nicht fehlen. Hinzu kommt das letzte Änderungsdatum der jeweiligen Notiz.

Mein Setup: Umsetzung des Zettelkasten in Notion

Ich gehe aber noch mal in einem weiteren Blogbeitrag ausführlich auf meine Umsetzung in Notion ein, dann hat sich mein eigenes Vorgehen gefestigt und ich kann vielleicht ein paar wertvolle Insights geben, wie es ausschauen könnte, ohne den großen Umweg über ein weiteres Tool zu gehen. Denn ich muss sagen, die Arbeit in Notion macht mir einfach Spaß. Denn hier kann ich alles so „tweaken“, wie es für mich persönlich am besten passt. Und wenn du noch ein paar Ideen für dich mitnehmen kannst, dann freut mich das um so mehr.

In diesem Video über den Zettelkasten in Notion habe ich ein paar wichtige Informationen für mich mitgenommen. Vielleicht ist es auch für dich interessant.

Welche Tools helfen mir dabei?

Wie schon angesprochen, nutze ich Notion für meinen Zettelkasten. Das ist zwar nicht optimal, aber ich versuche Notion so einzurichten, wie ich es benötige. Natürlich habe ich mir auch andere Tools wie Zotero oder RoamResearch angeschaut.

Letztgenanntes habe ich für 14 Tage getestet. Es ist genau auf die Entwicklung von Zettelkästen spezialisiert. In unglaublicher Art und Weise kann man die eigenen Notizen miteinander verbinden, das geht sogar auf der kleinsten Ebene. Ich bin aber fest davon überzeugt, dass Notion diesen Schritt ebenfalls vollziehen wird. Aufgrund meines minimalistischen Ansatzes möchte ich allerdings ungern auf ein weitere Tool zurückgreifen und mein Setup lieber reduzieren. RoamReasearch ist mit 15 € im Monat auch nicht gerade günstig.

Fazit:

Ich gebe meinem Zettelkasten in Notion eine Chance und verzichte auf ein weiteres Tool. Mein Fokus liegt auf der Reduzierung meiner verwendeten Programme und Ressourcen. Notion ist so flexibel und kann eigentlich alles möglich darstellen, auch wenn es an der einen oder anderen Stelle noch nicht ganz ausgereift ist. Ich werde jedoch versuchen, meine flüchtigen Notizen in kleinere Einheiten umzuwandeln und diese miteinander zu verbinden. Ich bin jetzt schon gespannt, welche tollen Erkenntnisse und Themenschwerpunkte sich für mich persönlich ergeben werden. Ich kann das Buch von Sönke Ahrens nur empfehlen, um sich einmal bewusst zu werden, wie wichtig es ist, bewusste Notizen zu machen und diese in seinen Workflow zu integrieren.

Womit kannst du gleich jetzt starten?

  1. Fange an, deine Gedanken aufzuschreiben und mache diese Notizen am besten mit einem Online-Tool durchsuchbar.
  2. Versuche deine Notizen miteinander zu „verzetteln“, sprich in Verbindung zueinander zu setzen, um so den größten Lerneffekt für dich mitzunehmen.
  3. Schaue, wie sich neue Themen entwickeln.

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