Ich dachte lange, To-do-Listen hätten nichts mit Gesundheit zu tun. Bis ich gemerkt habe, wieviel Stress verschwindet, wenn der Kopf wieder mehr „Platz“ hat. Für mich hat sich das mit meinem Second Brain verbessert, mit dem ich mich in einer schwierigen Zeit sehr intensiv beschäftigt habe.
Wenn du neu einsteigst, reicht ein einziges Tool oder sogar nur Papier und Stift. Wichtig ist das Prinzip, nicht die ausgewählte Software.
Dieser Beitrag baut auf meinen Gedanken zu digitaler Aufmerksamkeit auf.
Warum mentale Unordnung körperlichen Stress erzeugt.
Kennst du dieses Gefühl, wenn du nach bestimmten Dokumenten suchst und schnell eine Rückmeldung geben sollst?
Sofort geht der Cortisol-Spiegel in deinem Körper hoch, wenn du im eigenen Chaos nichts wiederfindest oder eine ganz bestimmte Entscheidung einfach nicht treffen kannst, weil dir entsprechende Dokumente fehlen.
Dann kann dein Körper schnell in eine Stresssituation verfallen, wenn das entsprechende Dokument unauffindbar ist.
So geht es zumindest mir. Daher habe ich in einer mentalen Ausnahmesituation damit begonnen, mich für das Thema „Second Brain“ zu interessieren. Vor ein paar Jahren war ein richtiges Hype-Thema. Denn ich habe schon immer gerne digitale Notizen mit Evernote erstellt, wusste aber nie, wie ich diese wirklich verwalten sollte.
Auf der Suche nach mehr Ordnung in Evernote bin ich zufällig über Tiago Forte und seinen Second-Brain-Ansatz gestoßen, was mit ganz einfachen Mitteln sofort für eine mentale Klarheit durch verschiedene Ordnungsprinzipien geführt hat.
Seitdem versuche ich mein kleines „Monkey Mind“ zu beruhigen und „digitalen Frieden“ zu erlangen. Das gelingt mir vor allem auch in der analogen Welt, wie z.B. mit Hilfe meines Bullet Journals. Aber mittlerweile schaffe ich das auch in meiner digitalen Welt, die mich an allen Ecken unterstützt.
Wie ein einfaches Notizsystem (Second Brain, To-do-App) mentale Ruhe fördert.
Die PARA-Methode (hier habe ich darüber berichtet) funktioniert für mich perfekt, wenn ich alle meine Dateien und Notizen nach dem Ordnungsprinzip von Tiago Forte sortiere:
- Projekte
- Areas
- Ressources
- Archive
Die „Hemingway Bridge“ ist auch eine Technik, die ich das erste Mal von Tiago Forte gehört habe. Dabei geht es darum, in seinem Projektnotizen immer einen kleine Notiz für sein zukünftiges Ich zu hinterlassen, die den aktuellen Stand dokumentiert und welches Todo als Nächstes anliegt. Dann weiß ich beim Wiederaufnehmen des Projektes, wo ich zuletzt war. Das spart Energie und senkt den eigenen Stressfaktor deutlich.
Ich versuche aber auch über verschiedene Aufforderungen zum Journaling täglich meinen mentalen Ballast abzuwerfen.
Beispiel aus deinem Alltag: Wie du z. B. Termine, Arztbesuche oder Ideen digital ordnest.
Jede Datei und Notiz hat in meinem System einen festgelegten Platz. Gleiches gilt für meine beruflichen Notizen in der Microsoft-Welt mit OneNote. Hier arbeite ich vor allem mit den verschiedenen Tools von Microsoft und teste den voll integrierten Workflow (Outlook, OneNote, OneDrive, Microsoft Tasks) seit ein paar Wochen intensiv. Ich muss sagen, es funktioniert ganz gut und ich vergesse wenig Informationen.
Meine privaten Termine wie z.B. Arztbesuche, Journaling-Einträge oder Buch-Notizen erstelle und verwalte ich weiterhin in Obsidian. Dabei habe ich die Möglichkeit, mir diese Notizen unabhängig ihrer Ordnerstruktur in verschiedenen Übersichten anzeigen zu lassen. Diese kann ich vor allem durch die neue Bases-Funktion generieren, das funktioniert fast gleich mit den Datenbank-Tabellen in Notion.
Auch als Projektmanager habe ich gerne alle meine Notizen immer griffbereit und bin daher digital gut strukturiert. Das merke ich immer wieder und ich glaube, da liegt auch eine meiner persönlichen Stärken. Das funktioniert, egal ob du selbstständig bist, im Büro arbeitest oder einfach nur privaten Überblick brauchst.
Dennoch stelle ich manchmal fest, dass eine noch simplere Struktur manchmal deutlich besser ist als es zu komplex zu machen.
Fazit: Ordnung als Selbstfürsorge
Für mich ist es auf jeden Fall eine Art Gesundheitsvorsorge, wenn ich meine eigenen Daten im Griff habe und weiß, wo ich suchen muss.
Weil ich meine Todos in meinen beiden Taskmanagern Todoist (privat) oder Microsoft Todo festhalte, habe ich eine Ordnung, die verhindert, dass ich viele Dinge vergesse. Als Backup und für die täglichen Aufgaben sowie meine grobe Wochen- und Monatsplanung verwende ich mein Bullet Journal.
Ordnung im Kopf ist kein Luxus. Es ist ein echter Beitrag zu weniger Stress, mehr Fokus und damit zu deinem Wohlbefinden. Selbstorganisation klingt nach Produktivität, aber eigentlich ist es Selbstfürsorge.
Probiere es doch auch einfach mal aus und starte hiermit.
Tipps
Womit kannst du gleich jetzt starten? 5 kleine Tipps auf die ✋.
- Eine „Mentale Inbox“ einrichten (Notizzettel, App oder (Notiz)-buch.
- Aufgaben und Dokumente sofort ablegen (2-Minuten-Regel).
- EINEN festen Ort für Termine, Aufgaben und Notizen bestimmen.
- Jeden Tag eine kleine „Hemingway Bridge“ notieren.
- Wöchentlich 10 Minuten zum Ordnen einplanen.

