Warum ich im Bullet Journal plane, aber digital reflektiere

Bullet Journal: Meine aktuelle Monatsübersicht

Lange Zeit habe ich versucht, Planung und Rückblick an einem Ort unterzubringen. Mittlerweile nutze ich mein Bullet Journal zum Planen und digitale Notizen in Obsidian zum Reflektieren.

In der Vergangenheit war es für mich immer schwierig: Ich habe meine „Planung“ entweder komplett digital gemacht, ehe ich für mich das Bullet Journaling entdeckt habe.

Vielleicht kennst du das auch: Entweder landet alles in einem System oder man verliert irgendwann den Überblick.

Für mich hängt diese Frage mit einem größeren Thema zusammen: Ordnung im Kopf – nicht als Produktivitätsprinzip, sondern als Möglichkeit, Gedanken, Aufgaben und Ziele zu entlasten.

Was mein Bullet Journal für mich gut kann

Als „Digital Native“ habe ich mir einmalig den Weekview-Kalender besorgt, ehe ich komplett auf das Bullet Journaling umgestiegen bin.

Denn Bullet Journaling bzw. das Notizbuch direkt neben meiner Tastatur oder meinem Laptop ist der perfekte Ort, um der digitalen Welt zu entfliehen und mit handschriftlichen Notizen eine Planung vorzunehmen. Mein persönlicher Eindruck ist, dass es viele Frauen sowieso offline machen, wenn ich mich im Büro umschaue. Meine bessere Hälfte tendiert in die gleiche Richtung. Bei Männern sieht man eher weniger Notizbücher aus Papier, die immer dabei sind.

Das Bullet Journal zwingt mich dazu, langsamer zu denken, und genau das hilft mir, bewusster zu planen.

Ich kann hier gut meinen Monat und meine Woche überblicken, auch wenn für Termine stets mein Google Kalender die erste Anlaufstelle ist. Diesen haben wir mittlerweile „geteilt“, was ein echter Gamechanger in der Planung mit meiner Ehefrau war.

Das Bullet Journaling ermöglicht mir eine grobe Planung meines Tages. Hier schreibe ich meine wichtigsten Termine und Aufgaben im privaten sowie beruflichen Alltag auf. Wenn es dann zu viele Aufgaben werden, nehme ich meinen Taskmanager Todoist zur Hilfe, um am Ende zu priorisieren.

Bullet Journaling stößt mich aber auch an Grenzen

Wie schon betont, liebe ich meine handschriftlichen Notizen, aber für Rückblicke und Reviews, die über einen längeren Zeitraum hinausgehen, bevorzuge ich meine digitalen Notizen. Diese werden über meine verschiedenen Endgeräte synchronisiert und liegen mir als physische Dateien vor.

Ein Notizbuch kann verloren gehen oder ganz einfach zerstört werden. Digitale Notizen lassen sich wiederherstellen, gerade wenn man Obsidian benutzt. Somit habe ich die verschiedenen Rückblicke alle an einem Ort und kann jederzeit noch einmal in eine der Notizen schauen, wenn ich etwas suche.

Ich mag es als Ergänzung zur Planung, wenn ich meine Ziele sichtbar auf einer kleinen Karte täglich auf der aktuellen Seite meines Bullet Journals vorfinde. Dadurch bleiben diese in meinem Kopf präsent, und ich habe eine höhere Wahrscheinlichkeit, sie zu erfüllen.

Mein konkreter Ablauf: Planen → Leben → Reflektieren

Ich plane grob meinen Monat und trage die wichtigsten Termine ein. Auch die größeren Aufgaben oder privaten Projekte finden hier ihren Platz.

Als Nächstes nehme ich mir meine Woche vor: Hier trage ich alle privaten und beruflichen Termine ein und lege ebenfalls die wichtigsten Todos fest. Zudem tracke ich täglich ein paar für mich wichtige Gewohnheiten. Mir geht es dabei nicht um Kontrolle, sondern um Bewusstsein:

  • Habe ich meiner Frau gesagt, dass ich sie liebe?
  • Habe ich Sport gemacht?
  • Wie viel Vitamin D habe ich genommen?
  • Hatte ich Kontakt zu meinen Freunden und meiner Familie?
  • Habe ich an meinem Blog gearbeitet?

Gerne nehme ich eine neue Gewohnheit hinzu, die ich über den Monat hinweg tracke. In meiner Wochenansicht schaue ich derzeit noch danach, ob ich in meinen Büchern gelesen habe oder wie viel Kaffee ich konsumiert habe.

So habe ich am Ende einer Woche wichtige Erkenntnisse gesammelt, die ich dann in meine digitale Monatsnotiz übernehme. Am Ende des Monats versuche ich ebenfalls, meine Learnings festzuhalten, da ich diese später für meine Quartals- bzw. Jahresrückblicke nutze.

Fazit: Ein System muss nicht alles können

Vielleicht ist für dich nicht ein einzelnes System die Lösung, sondern die Kombination aus mehreren. Für mich passt dieses hybride System sehr gut.

Einerseits kann ich „offline“ planen, andererseits aber digital unterwegs Notizen erstellen. Ich möchte meine täglichen Notizen und meine vernetzte Gedankenwelt in Obsidian nicht missen. Denn hier kann ich unterschiedlichste Ideen miteinander kombinieren und sehe, woran ich gerade arbeite. Mein komplettes Wissen liegt digital in sogenannten Markdown-Files vor, die ganz mir gehören.

Ich muss dabei nicht auf irgendwelche Tool-Anbieter vertrauen, die gegebenenfalls ihr System so ändern, dass ich nur noch schwer an meine Daten herankomme. Zudem ist es eine sehr kostengünstige Lösung.

Ich habe für mich akzeptiert, dass es nicht die eine All-in-one-Lösung gibt, wie ich sie schon mit Notion angestrebt habe. Stattdessen ist es das hier beschriebene Setup zwischen beiden Welten, das mich vollends überzeugt. Es ist vielleicht nicht für jeden die passende Lösung, aber auch du kannst sicherlich die eine oder andere Inspiration für dich mitnehmen.

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