Kennst du dieses Gefühl? Du weißt, du hast zu einem bestimmten Thema bereits eine Notiz erstellt, kannst diese aber nicht wiederfinden?
Dann herzlich willkommen in meiner Welt der digitalen Notizen…
Früher dachte ich, ich brauche eine bessere Struktur. Heute weiß ich: Ich brauche bessere Verbindungen zwischen meinen Gedanken. Genau darum geht es auch auf meiner zentralen Seite zum Thema: Ordnung im Kopf.
Dieser Artikel ist Teil einer Serie, zum zweiten Teil geht es hier lang: Warum dein Second Brain nicht dein Gehirn ersetzen soll
Vernetztes Denken erst durch Obsidian
Erst seitdem ich Obsidian nutze, habe ich auch wirklich einen schnellen Zugriff auf meine Notizen gefunden. Damals in Evernote war es so, dass ich alle Notizen einfach nur „gesammelt“ und diese in mein System gelassen habe. Die Folge waren hunderte von teilweise verwaisten Informationen, die ich nie wieder angefasst habe. Aber selbst damals hätte ich bereits Links setzen können, habe es aber kaum getan.
Erst mit der Nutzung von Obsidian und im Laufe der Zeit habe ich begonnen, vernetzt zu denken.
Eine Ordnerstruktur ist jetzt eigentlich nicht mehr so wichtig, denn mein Mehrwert ziehe ich aus den einzelnen miteinander vernetzten Notizen und einer starken Suchfunktion, die mich immer wieder zum gewünschten Ergebnis bringt. Man könnte fast davon sprechen, dass meine Notizen etwas „messy“ sind. Denn viele Inhalte liegen in nur wenigen Ordner.
So schauen Notizen von mir aus
Alles beginnt mit einer flüchtigen Notiz, wie ich konkret mit Obsidian starte, habe ich hier beschrieben: Einfach mit Obsidian starten.
Irgendein Medium oder Gedanke bringt mich dazu, 1-2 Sätze festzuhalten. Ich nutze dabei ein kleines Template und lasse diese Notiz erst einmal in meiner Inbox verweilen.

Zu einem späteren Zeitpunkt komme ich wieder auf diese Notiz zurück und entscheide, ob sie es mir immer noch wert ist, dass ich diese in meine Wissensverwaltung oder meinen Zettelkasten aufnehme. Dann füge ich ein paar Informationen und mindestens einen oder zwei Links hinzu, ehe ich diese Notiz entsprechend verschiebe.
Das wirkt im ersten Moment vielleicht chaotisch, ist es aber gar nicht.
Aber was bedeutet messy eigentlich?
Messy heißt für mich nicht Unordnung, sondern: nicht alles sofort perfekt strukturieren und miteinander verbinden oder verlinken zu müssen. Diesen Prozess habe ich gerade beschrieben.
Neue Tools können nicht per se alles besser
Auch KI kann dir das Verlinken abnehmen, aber genau dieser Prozess ist für mich der eigentliche Mehrwert, weil ich dabei denke. Am Ende geht es nicht um perfekte Notizen, sondern um Verbindungen zwischen ihnen.
Daher arbeite ich durch verschiedene Gewohnheiten immer wieder in meinen Notizen und füge Informationen hinzu. Der Startpunkt hierbei sind meine täglichen Notizen, die ich nahezu jeden Tag erstelle. Das Zauberwort an der Stelle heißt Interstitial Journaling.
Fazit: Stärke deine eigenen Gewohnheiten
Dein System ist nicht kaputt, es ist nur nicht zugänglich genug und du arbeitest nicht regelmäßig in deinen Notizen. Habe Vertrauen, dass dich die richtige Notiz über verschiedene Wege (Verlinkungen, Projekte, Suchen etc.) zum richtigen Zeitpunkt findet.
Ich merke für mich: Es funktioniert besser, wenn ich nicht ständig das System wechsle, sondern einfach dranbleibe.
Am Ende geht es nicht um perfekte Notizen, sondern um Verbindungen zwischen ihnen.
Hier geht es zum zweiten Teil der Serie: Warum dein Second Brain nicht dein Gehirn ersetzen soll
Und vielleicht kennst du dieses Gefühl auch: Dass dein System sich eher belastend anfühlt als hilfreich?


Hallo Daniel,
vielen Dank für deinen Artikel. Deinen Grundgedanken, dass die Verbindungen zwischen den Gedanken/Notizen das Entscheidende sind, teile ich voll und ganz. Nur so entsteht etwas neues, eigenes.
Wenn ich deinen Gedankengang in meinem Kopf nachvollziehe kommt es sofort zur „Explosion“. Es ploppen direkt all die Gelegenheiten auf bei denen ich mir Notizen mache…auf den unterschiedlichsten Medien. Und das erzeugt das Gefühl, dass ich gar keine Chance habe, diese Notizen zu verarbeiten. Ob das etwas mit gelebter Realität zu tun hat, habe ich noch nicht abschließend eruiert.
Es geht, zumindest für mich, darum Komplexität zu reduzieren und Chaos zwischendurch mit Ordnung und Struktur zu unterstützen, damit etwas Produktives entstehen kann. Mein klassisches Mittel zur Komplexitätsreduzierung sind Ziele. Das wäre auch mein Kriterium, welche Notizen dauerhaft ins System dürfen. Leider tue ich mich schwer, mich auf wenige Ziele zu reduzieren. Und so fängt das Chaos wieder von vorn an.
Ich hoffe, meine Ausführungen waren nicht zu wirr. Mich würde interessieren, wie du die Entscheidung triffst, welche Notizen im System bleiben. Und wie du es schaffst, alle Gedanken und Ideen erst einmal festzuhalten. Oder ist das gar nicht dein Anspruch?
LG Wolfgang
P.S.: Dein Kontaktfeld „Website“ akzeptiert meine Homepage nicht. Wahrscheinlich, weil sie mit „.coach“ endet.
Hallo Wolfgang,
hast du schon mal darüber nachgedacht, weniger neue Notizen zu erstellen und lieber die bestehenden zu „veredeln“?
Ich kann es aber durchaus gut nachvollziehen. Bei mir landen erstmal alle Notizen in meiner „Inbox“, ehe ich diese später irgendwann weiterverarbeite.Von dort gelangen nicht alle dauerhaft in mein Wissenssystem. Ich entscheide das bei Gelegenheit spontan.
Kennst du das Konzept von Tiago Forte mit den 12 aktuellen Fragen? Dabei geht es darum, welche 12 aktuellen Fragen, du dir persönlich im Leben stellst. Basierend darauf könnte man auch entscheiden, welche Notizen du in dein System lässt und welche nicht…
P.S.: Danke für den Hinweis mit dem Kontaktfeld, das schaue ich mir an.