Du hast ein System für deine Notizen, aber es fühlt sich nicht wirklich hilfreich an?
Irgendwie fühlt es sich für dich nicht gut an, in deinem bestehenden System zu arbeiten, weil du ständig den Überblick verlierst?
Dann solltest du vielleicht über deine Erwartungen nachdenken.
Wenn sich dein System gerade nicht richtig anfühlt, bist du damit nicht allein. In meinem letzten Artikel habe ich genau dieses Problem beschrieben: Warum dein Second Brain nicht funktioniert
Der Denkfehler
Viele denken: Wenn ich nur genug Inhalte sammle, wird mein System irgendwann von selbst sinnvoll.
Es müssen einfach nur genug Inhalte vorhanden sein, damit das System funktioniert und ganz selbständig denkt. Aber das Second Brain ist dabei kein Ersatz, sondern es kann immer nur unterstützend helfen.
Sammeln vs. Verarbeiten
Wichtig ist, dass ich vom einfachen „Sammeln“ übergehe zum Verarbeiten und meine Notizen miteinander verlinken. Ich möchte Inhalte sammeln, die sich widersprechen und gegeneinander aufreiben.
Es ist schon eine Art „Zettelkasten“, der sich dadurch entwickeln kann.
Sammeln:
- Artikel speichern
- Videos merken
- Notizen archivieren
Verarbeiten:
- Gedanken formulieren
- Verknüpfen
- reflektieren
Die meisten Systeme scheitern genau hier: Sie sammeln perfekt – aber verarbeiten kaum etwas.
Für mich gibt es zwei Schritte: Ich entscheide bewusst, was in mein System kommt und ich verarbeite es später weiter.
Ich habe dir z.B. mein Bücherregal in Obsidian bereits vorgestellt. Daraus entstehen immer ein paar atomare Notizen, die ich dann miteinander verlinke.
Warum zu viel Input dein System zerstört
Wie ich bereits angesprochen habe, ist es wichtig, selektiv zu sein. Überlege dir genau, welche Inhalte sich lohnen, in deiner Inbox aufgenommen und von dort verarbeitet zu werden.
Denn das System wird nicht besser durch mehr Inhalte, sondern nur durch bessere Gedanken. Es kommt auch vor, dass ich Notizen, die ich irgendwann flüchtig erstellt habe, zu einem späteren Zeitpunkt wieder von mir glöscht werden. Das ist keine Seltenheit und eher Normalität.
Deshalb bin ich kein Fan von Webclippern, die ganz schnell ganze Webartikel im eigenen System speichern und dort jahrelang drauf warten, verarbeitet oder genutzt zu werden…
Mein persönlicher Wendepunkt
In Zeiten von Evernote habe ich gesammelt, ohne darüber nachzudenken. Wie schnell war es möglich, Artikel kurz zu speichern und in mein System zu befördern? Es war unglaublich einfach.
Die Folge war, meine Inbox wurde immer größer. Irgendwann habe ich diese Notizen automatisch in ein Notizbuch verschoben, aber diese fremden Informationen waren ja trotzdem in meinem System. Und ich habe diese so gut wie nie wieder angefasst…
Heute nehme ich Informationen bewusster auf, mache weniger Notizen und versuche, mehr ins eigene Denken zu kommen. Dabei hilft mir meine einfache Struktur in Obsidian, aber auch meine eigenen Prozesse.
Nahezu täglich nehme ich mir ein bis zwei Notizen und veredle diese oder arbeite an kleinen Projekten, die ich allesamt in Obsidian und meinem Bullet Journal verwalte.

Was ein Second Brain wirklich ist
Ein Second Brain ist für mich also kein Archiv oder reiner Datenspeicher, sondern ein Ort, an dem meine eigenen Gedanken entstehen und weiterentwickelt werden.
Ich nutze es für neue Projekte und um mich inspirieren zu lassen. Manchmal bin ich selbst verwundert, was ich so alles schon notiert habe. Gerade für neue Ideen ist es so hilfreich, aber auch zum reflektieren.
Kleine praktische Veränderung
Hast du schon mal versucht, „flüchtige“ Notizen wirklich zu Ende zu denken? Ich bemerke bei mir, dass es enorm schwierig ist. Ich kann wunderbar Notizen erstellen, aber zu den bestehenden Inhalten zurückzukehren ist umso schwieriger…
Dafür sind kleine Gewohnheiten enorm wichtig, um regelmäßig in seinen Ideen zu arbeiten.
Fazit
Der Trick ist es, immer wieder zurück zu seinen Notizen zu kommen, neue Ideen aufzunehmen, diese auszuarbeiten und dann mit dem bestehenden Wissen zu vernetzen. Beim Ausarbeiten dieser Gedanken und des eigenen Wissens entstehen häufig neue Ideen, die zu neuen Notizen führen.
Vielleicht geht es nicht darum, ein besseres System zu bauen, sondern besser mit den eigenen Gedanken zu arbeiten. Und genau dort entsteht der eigentliche Mehrwert.
Falls du dich darin wiedererkennst, lohnt sich auch ein Blick auf den Ausgangspunkt dieser Serie: Warum dein Second Brain nicht funktioniert
Speicherst du aktuell mehr, als du wirklich verarbeitest?

