Viele machen bei Obsidian denselben Fehler: Sie installieren sofort Plugins, importieren alte Notizen und bauen eine komplizierte Ordnerstruktur oder übernehmen gleich ganze „Vaults“ von anderen Personen als Grundlage.
Nach wenigen Tagen oder manchmal schon Stunden fühlen sie sich überfordert. Wenn ich heute nochmal mit Obsidian starten würde, würde ich genau das nicht mehr machen.
Denn ich mag es, minimalistisch zu starten, das gilt auch für den Einstieg in Obsidian. Denn ich kann mein Setup später anpassen, wenn klar ist, welche Funktionalitäten fehlen.
Starte einfach und etabliere eine Gewohnheit
Früher dachte ich, die perfekte Struktur sei entscheidend. Heute weiß ich: Viel wichtiger ist die Gewohnheit, regelmäßig mit den eigenen Notizen zu arbeiten.
Die Struktur entwickelt sich später fast von alleine. Neue Ordner, Vorlagen oder Plugins entstehen meistens dann, wenn ein echtes Problem gelöst werden soll und nicht, weil man sie von Anfang an geplant hat.
Diese Struktur stammt ursprünglich von Nick Milo und hilft mir dabei, Wissen, Projekte und zeitgebundene Notizen sauber voneinander zu trennen. Alle Notizen haben eine klaren Ort, den ich ihnen zuweisen kann.
- +
- Atlas
- Calendar
- Efforts
- X
Mehr brauchst du für den Start aus meiner Sicht nicht.
Warum ich keine alten Notizen importieren würde
Ich würde definitiv nicht überlegen, das Importertool zu benutzen und alte Notizen zu importieren. Den Fehler habe ich bereits beim Wechsel von Evernote zu Notion gemacht (über den ich intensiv berichtet habe), wo ich dann später reumütig wieder zurückgekehrt bin…
Ich habe dabei hunderte Notizen importiert, die ich nie wieder angeschaut habe. Daher würde ich bei einem neuerlichen Wechsel lieber „clean“ starten und einen Neuanfang mit meinen eigenen Notizen machen.
Meine „Daily Notes“ sind der Startpunkt an jedem Tag. Daher ist es sinnvoll, sich einen Ordner „Vorlagen“ zu erstellen und diesen im Ordner „X“ abzulegen. Darin ist die Vorlage für die „Daily Notes“ gespeichert, die je nach Bedarf gestaltet werden kann.
Alle „zeitgebundenen“ Notizen in einem Ordner
Für die täglichen Notizen lege ich einen eigenen Ordner fest. Alle neuen Notizen landen in dem Fall im Ordner „Calendar“, dieser beherbergt alle zeitgebundenen Notizen. Auch die Vorlagendatei weise ich zu. Das Datumsformat verändere ich nicht, für mich passt es, wenn es TT.MM.JJJJ aufgebaut ist.
In den Grundeinstellungen lege ich fest, dass alle neuen Notizen im Eingangsordner „+“ gespeichert werden. Alle Dateien finden ihr Zuhause in „X“ unter „Files“.
Abschließend aktiviere ich noch die Community Erweiterungen. Wichtig ist, dass neue Plugins immer aktiviert werden müssen, sonst sind diese unsichtbar im Obsidian Vault.
Nur zwei Plugins installiere ich zum Start
Ich installiere zum Start nur zwei Plugins: Ich mag es einfach, wenn ich in der rechten Spalte einen Kalender sehe, den ich zum Navigieren durch meine Journaling-Einträge für einzelne Tage nutzen kann. Dafür benötige ich das „Calendar“-Plugin. In dem Zuge installiere ich die „Natural Language Dates“, womit ich einfache Links zu Tagen setzen kann. Das erleichtert mir meinen Workflow bei meinen täglichen Notizen.
In der Zwischenzeit fällt mir auch bereits auf, welche Tastenkürzel ich regelmäßig nutze. Obsidian kann so auf die eigenen Bedürfnisse angepasst werden, dass für nahezu jede Funktion ein individuelles Kürzel gespeichert werden kann. Häufig gibt es bestehende Kombinationen, die können aber nach Belieben gelöscht oder angepasst werden.
Weitere Plugins empfehle ich dir gerne in diesem Artikel.

Schnapp dir meinen „Starter-Vault“
Das sind meine Grundeinstellungen, um schnell mit Obsidian zu starten. Wenn du nicht bei null starten möchtest, stelle ich meinen Newsletter-Lesern inzwischen sogar meinen Starter-Vault zur Verfügung. Dort teile ich auch meinen persönlichen Starter-Vault mit meinen Einstellungen, Tastenkürzeln, Vorlagen und ein paar Beispiel-Notizen.
Starte einfach minimalistisch und schaue bei Bedarf, welche Funktionalitäten du durch neue Plugins noch hinzufügen kannst. Auch beim Template würde ich erstmal den Standard verwenden, individualisieren kannst du später.
Fazit: ganz einfach starten
Wenn ich heute nochmal mit Obsidian starten würde, würde ich nicht nach der perfekten Struktur suchen. Ich würde einfach anfangen, Notizen zu schreiben und diese untereinander zu verlinken Alles andere entwickelt sich mit der Zeit.
Mich würde interessieren: Wie bist du mit Obsidian gestartet? Oder stehst du gerade noch ganz am Anfang? Gerne versuche ich deine Fragen zu beantworten und den Knoten bei dir im Kopf zu lösen.


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