Mentale Energie ist die neue Gesundheit und sie beginnt mit deiner Aufmerksamkeit

Zeitmanagement ist leicht. Energiemanagement ist die wahre Kunst. Wir planen Aufgaben, aber selten unsere Erholung und wundern uns über Dauererschöpfung.

Alles wird geplant: Aufgaben, Termine. Aber wofür gibt man sich häufig wenig Zeit? Das ist meistens die Planung der eigenen Aufmerksamkeit. Und genau dort verliert man Energie, die man eigentlich viel besser einsetzen könnte.

Für mich hängt das mit einem größeren Thema zusammen: Ordnung im Kopf – nicht als Produktivitätsprinzip, sondern als Schutz meiner mentalen Energie.

Mentale Energie: was diese wirklich bedeutet

Für mich bedeutet mentale Energie vor allem: konzentriert denken zu können, ohne ständig von Reizen unterbrochen zu werden.

Daher ist es für mich wichtig, mit der richtigen Energie in den Tag zu starten. Dabei hilft mir meine Morgenroutine, die ich nun mittlerweile seit einigen Jahren durchziehe und dafür gerne eine halbe Stunde eher aufstehe.

Viel wichtiger ist für mich, dass ich meine mentale Energie auf anderem Weg pushe. Das geht natürlich mit einer kalten Dusche anstatt eines starken Kaffees, aber für mich ist die tägliche Bewegung und die Energie, die ich durch gutes Essen aufnehme, viel wichtiger.

Doch so wichtig Schlaf, Bewegung und Ernährung sind, im Alltag verliere ich meine Energie selten dort. Der größte Hebel liegt für mich im Digitalen.

Wie digitale Routinen Energie rauben oder fördern.

Erstmal ist es wichtig, sich seiner „digitalen“ Routinen bewusst zu werden. Dafür macht es Sinn, diese aufzuschreiben. Dafür genügt ein Zettel und Stift oder eine ganz simple Notiz im Tool deiner Wahl: für mich ist das Obsidian.

Kleine digitale Gewohnheiten summieren sich. Genau das beschreibt der sogenannte Compound Effect: Was wir täglich wiederholen, prägt langfristig die eigene Energie.

Ich habe mir beispielsweise angewöhnt, am Morgen und am Abend kurz zu notieren, was gut und was schlecht lief. Außerdem ist ein kleines Dankbarkeitsritual zwischendurch ganz sinnvoll. Vor allem wenn ich vielleicht in einer schlechten Stimmung bin. Denn durch den Fokus auf das Positive kann ich mir z.B. nicht gleichzeitig auch Sorgen machen.

Kleine Checkliste: Welche digitalen Gewohnheiten tun mir gut, welche nicht?

5 Fragen zur mentalen Energie

  1. Welche App kostet mich täglich Aufmerksamkeit?
  2. Welche Liste wächst schneller, als ich sie bearbeite?
  3. Konsumiere ich mehr, als ich verarbeite?
  4. Wann habe ich zuletzt bewusst nichts konsumiert?
  5. Welche digitale Gewohnheit stärkt mich wirklich?

Ich habe für mich festgestellt, dass ich klare Regeln für meinen Content-Konsum brauche Generell gilt das natürlich nicht nur für Podcast, sondern auch alle anderen digitalen Inhalte. Besser ist es, nicht zu viel Zeit am Handy zu verbringen. Aber das nehmen sich viele vor und werden dann doch wieder in den Bann gezogen. Ein Mittel für Offline-Zeit sind Bücher, von denen ich eigentlich IMMER mehrere gleichzeitig lese. Somit habe ich stets eine Lektüre für den passenden Moment.

Aber natürlich schreit auch mein Gehirn ständig danach, neues Dopamin zu erhalten, indem ich News konsumiere. Manchmal ist mir das echt zu viel und ich muss diesen Konsum irgendwie unterbrechen. Dafür muss es mir aber erstmal bewusst werden, wann das der Fall ist… Es ist nicht einfach, aber Bewusstsein ist der erste Schritt

Es kann helfen, Abos zu kündigen. Wer braucht schon alle möglichen Streaming-Plattformen? Ich für meinen Teil nutze derzeit nur Amazon Prime. Wenn wir etwas im Fernsehen schauen möchten, nehmen wir es auf oder nutzen ansonsten die öffentlich rechtlichen Mediatheken.

Mein persönlicher Wendepunkt

Ich habe gemerkt, dass selbst Unterhaltung Energie kostet, wenn sie dauerhaft nebenbei läuft. Daher höre ich lieber gezielt einen Podcast, statt dauerhaft Musik im Hintergrund laufen zu lassen.

Was mir manchmal schwerfällt, ist es bestimmte Listen zu leeren. Was meine ich damit?

Ich habe z.B. in Youtube eine Watch-List oder eine Leseliste von Web-Artikeln in Readwise. Diese wird mit der Zeit immer länger, weil ich mir angewöhnt habe, neue Beiträge erstmal dort zu speichern statt diese direkt zu konsumieren. Bei meinem Weekly Review nehme ich mir vor, diese beiden Liste zu überfliegen, um Inhalte zu entfernen. Das klappt nicht immer, aber zumindest manchmal.

Eine gute Taktik ist es, einen Beitrag zu konsumieren und einen oder zwei weitere dafür von der Liste zu löschen, damit diese nicht zu lang wird.

Obsidian als Begrenzung statt Erweiterung

Mentale Energie entsteht nicht durch mehr Input, sondern durch bessere Verarbeitung. Und genau dafür nutze ich Obsidian.

Ich habe hier eine Inbox, wo ich alle möglichen Notizen erstmal aufnehme. Dort warten diese auf eine weitere Verarbeitung. Es kann dabei durchaus passieren, dass ich flüchtige Notizen zu einem späteren Zeitpunkt wieder lösche oder diese dauerhaft in mein System aufnehme.

Dafür ist aber stets mindestens ein Link zu einer anderen Notiz notwendig. Ansonsten gelangt eine Notiz bei mir nicht aus der Inbox in meine Wissensstruktur!

Ich habe dabei nicht die „perfekte“ Struktur, sondern lasse mich teilweise von meinem Chaos leiten. Ich nutze stattdessen lieber die Suchfunktion oder lande über verschiedene Links auf Notizen, die ich dann noch einmal bearbeite.

Denn ein System soll meine Energie schützen und diese nicht absorbieren.

Mein Fazit zur mentalen Energie

Insgesamt habe ich aber gemerkt, dass meine mentale Energie nicht durch das Konsumieren steigt, sondern durch das Verarbeiten. Erst wenn ich einen Gedanken in Obsidian festhalte und in meinen eigenen Worten formuliere, wird aus „Input“ wirklich Erkenntnis.

Vielleicht ist mentale Energie heute weniger eine Frage von Disziplin und mehr eine Frage dessen, was wir bewusst in unseren Kopf oder in die eigenen Notizen lassen.

Verarbeitest du mehr, als du konsumierst oder ist es umgekehrt? Ich würde mich über einen Kommentar von dir freuen!

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