Es gibt immer wieder viele Vorurteile, dass Obsidian zu komplex sei. Das kann es tatsächlich sein, aber nur wenn man von Beginn an mit einer komplexen Struktur beginnt. Du kannst auch einfach loslegen, indem du Obsidian installierst und die ersten Notizen erstellst.
Was ist Obsidian?
Obsidian ist eine kostenlose App für die verschiedenen Plattformen, um seine privaten Gedanken aufzuschreiben und diese miteinander zu vernetzen. Diese Ideen werden lokal auf deinem Endgerät gespeichert, wodurch du diese offline verarbeiten kannst. Dank des super schnellen Zugriffs hast du alle Ideen immer griffbereit. Bei Bedarf kann man auch eine Sync-Funktion nutzen, um die Notizen auf verschiedenen Endgeräten zu verwenden. So nutze ich Obsidian z.B. auf meinem Handy, meinem iPad und meinem Macbook.
Obsidian ist relativ simpel, kann aber durch verschiedene Plugins je nach Bedarf individualisiert werden. Um schnell zu starten, sind aber keine weiteren Plugins notwendig und auch eine große Ordnerstruktur wird nicht benötigt. Lass sich die Struktur lieber selbst „erarbeiten“, genauso wie du es für dich und deine Workflows brauchst. In dem Zuge muss ich einfach dieses Zitat von Nick Milo erwähnen:
The structure must be earned.
ACE > Ordnerstruktur von Nick Milo
Wenn du doch mit einer Struktur starten möchtest, kannst du dich an einfachen Modellen orientieren. Fange lieber damit an, die ersten Notizen in Obsidian zu erstellen. Alternativ kannst du auch mit diesen fünf Ordnern starten:
- +
- Atlas
- Calendar
- Efforts
- X
Die Erklärung hierfür ist relativ simpel:
- „+“: Das ist deine Inbox, hier landen alle neuen Notizen, das kannst du über die Grundeinstellungen in Obsidian einstellen. Ansonsten landen diese auf der obersten Ebene und werden einfach unterhalb der Ordner dargestellt.
- „Atlas“: Das ist der Ort deines Wissens. Hier finden sich alle Notizen wieder, die du selbst erstellt hast. Ich habe hier z.B. viele Buchnotizen, Statements oder verschiedene Übersichten.
- „Calendar“: Alle Notizen, die einen zeitlichen Hintergrund haben, landen hier. Dazu gehören meine täglichen und monatlichen Notizen, Meeting-Mitschriften oder Arztbesuche. Dafür nutze ich meistens einen Zeitstempel im Namen der Notiz.
- „Efforts“: Alle kleineren und größeren Projekte oder Aufgabenbereiche finden hier ihren Platz.
- „X“: Das ist der Ort, wo ich alle meine verwendeten Grafiken oder Bilder sowie verschiedene Templates speichere. Je nach Bedarf kann das aber noch viel mehr sein.
Die Namensgebung der Ordnerstruktur ist ebenfalls von Nick Milo, du kannst dich aber auch an der Struktur von Tiago Forte orientieren oder deiner eigenen Kreativität freien Lauf lassen.
PARA > Ordnerstruktur von Tiago Forte
Es folgt noch einmal ein kurzer Übergang zur PARA-Methode von Tiago Forte und seiner Ordnerstruktur:
- !Inbox
- Projects
- Areas
- Resources
- Archive
Starte einfach simpel, alles weitere passt sich ganz schnell an deine Bedürfnisse an und du baust nicht die Workflows von jemandem einfach nach. Denn das funktioniert meistens überhaupt nicht. Ich habe das bei der Nutzung von Notion festgestellt, wo ich verschiedene Templates oder Workflows „kopiert“ habe, aber diese so nie nutzen konnte. Denn mein „Kopf“ hat so einfach nicht funktioniert.
Wenn du doch mit einer kleinen Vorlage beginnen willst, empfehle ich dir die Videos von Nick und seinem einfachen Vault.
Du musst lediglich Obsidian downloaden und installieren. Und einen Trick kann ich dir bereits verraten, das funktioniert auch ohne Admin-Rechte auf gesperrten Arbeitsrechnern… Natürlich kannst du auch bei deiner IT nachfragen, ob du Obsidian verwenden kannst, so habe ich es auch gemacht.

Obsidian: deine Notizen sind zukunftssicher
Der Vorteil von Obsidian ist, es werden lokale Dateien auf dem Rechner im sogenannten Markdown-Format erzeugt. Diese sind „zukunftssicher“ und können jederzeit zu anderen Tools umgezogen werden bzw. mit einem normalen Texteditor geöffnet werden. Die ganze Magie entwickelt sich aber, wenn du anfängst deine eigenen Notizen miteinander zu verlinken.
Du musst nicht wirklich viel machen und nur ein paar Routinen schaffen. Arbeite mit den eigenen Notizen, lasse nicht alles in der Inbox liegen und setze mindestens einen Link pro Notiz. Ich mache es so, dass ich häufig überlege, an welche andere Notiz mich eine bestehende Notiz erinnert und schon ist der entsprechende Link da. Dazu erstelle ich etwas Kontext, worum es geht und schon kann sich mein Zukunfts-Ich darüber freuen.
Auf oberster Ebene habe ich noch zwei für mich ganz wichtige Notizen liegen.
Eine Startseiten-Notiz, wo viele Links drauf sind, über die ich verschiedene andere Notizen erreiche und eine Erfolgsliste. Wie der Name schon vermuten lässt, liste ich dort alle meine monatlichen Erfolge aus. Dadurch entsteht eine schöne Liste, die ich zum Rückblick verwenden kann.
Da bin ich auch schon bei einer ganz wichtigen Gewohnheit angelangt: ich mache wöchentlich einen kurzen Rückblick und auch einmal monatlich schaue ich auf die letzten vier Wochen zurück. Dafür habe ich immer eine Monatsnotiz, die dann auch in meinem „Calendar“-Ordner landet.
Fazit
Wie du siehst, ist es gar nicht schwierig mit Obsidian zu starten. Lade es dir kostenlos runter, installiere es und erstelle die ersten Notizen. Sobald du eine erste Ordnerstruktur benötigst, kannst du dich an ACE oder PARA (s.o.) orientieren und deine Notizen entsprechend verschieben. Wenn du merkst, dass dein System nicht funktioniert, liegt es aber oft nicht an dir: Warum dein Second Brain nicht funktioniert
Der schwierigste Teil an Obsidian ist nicht die Technik, sondern die Gewohnheit, regelmäßig eigene Gedanken festzuhalten und miteinander zu verbinden. Dafür entwickelst du am besten eine Gewohnheit, um von den Vorteilen von Obsidian profitieren zu können.
Ans Herzen legen kann ich dir noch das Interstitial Journaling, wo du täglich Notizen über den Tag verteilt wie in einer Art Journal hinzufügst. Das ist immer auch ein guter Einstieg für neue Gewohnheiten und seine Tage zu reflektieren.
Tipps
Womit kannst du gleich jetzt starten? 3 Tipps auf die ✋
- Downloade Obsidian und installiere es.
- Erstelle deine erste Notiz.
- Setze den ersten Link.

