Diese Woche habe ich einen Journaleintrag vom Juli vor einigen Jahren gelesen und musste sofort schmunzeln: Ich hatte den ganzen Tag „englische“ Termine und nachts dann auf Englisch geträumt…
Drei Zeilen und ich war sofort wieder da.
Das ist das Versprechen eines 5-Jahres-Journals: Ich suche mir „kleine Momente“ des Tages raus, die es mir wert sind notiert zu werden. Häufig wecken die auch besondere Erinnerungen an Orte oder Menschen, denen ich begegnet bin.
Was in meinem Journal steht
Manchmal sind es die ganz kleinen Dinge, von denen ich selbst stark profitiere. Denn letzte Woche habe ich z.B. über diese Einträge in meinem 5-Jahres-Journal schmunzeln müssen:
- Gerade im Juli war ich in den Vorjahren häufig in den Bergen wandern – unter anderem auf der Obisellalm oder an der 3-Zinnen-Hütte, dabei gab es meist etwas sehr Leckeres und Deftiges zu Essen.
- Vor einigen Jahren hatte ich den ganzen Tag „englische“ Termine und nachts Englisch geträumt.
- Ich hatte „5-Jähriges“ mit meinem engsten Arbeitskollegen, der 2021 zum Bewerbungsgespräch vor Ort war.
- Ich habe RoamResearch als Notiz-Tool ausprobiert.
Das ist meine Journaling-Routine
Am Abend nehme ich mein aktuelles 5-Jahres-Journal und lese mir die Einträge der letzten Jahre durch. Dann versuche ich in 2–3 Sätzen die Dinge zu notieren, an die ich mich gerne in der Zukunft erinnern möchte.
Häufig ist das eine lustige Sache, die mich sofort an den Moment erinnern lässt. Manchmal fragt mich meine Frau auch, was wir am jeweiligen Tag in den letzten Jahren erlebt haben. Dann scanne ich kurz meine Einträge und wir sprechen über diese Momente und kleinen Geschichten.
Und ja, es ist ein anderes Gefühl, wenn ich die Worte per Hand notiere anstatt es digital zu machen. Denn dadurch hole ich mir etwas Offline-Zeit abseits von meinen digitalen Endgeräten und habe schnell einen Überblick über die letzten Jahre.
Aber ich muss gestehen, dass es auch wirklich viele Tage gibt, wo nichts Besonderes passiert ist. Und das ist vollkommen in Ordnung.
Eins kann ich versprechen: Wenn ich einen Tag mal nichts eintrage, dann mache ich am nächsten Tag zwei. Hier habe ich bereits zwei Mal über meine Erfahrungen berichtet:
9 1/2 Jahre klingen nach mehr Disziplin, als nötig ist
Ich weiß, was du gerade denkst: 9 1/2 Jahre klingt nach Disziplin, die ich nicht habe. Aber ich hab das Journal auch an Abenden gepflegt, wo mir nicht viel eingefallen ist. Dann schreib ich zwei Sätze auf, mit den Dingen, die ich erlebt habe. Meistens ist ein interessanter Moment dabei, an den ich mich gerne erinnern möchte.
Als wir vor zwei Jahren auf einer Hüttentour in den Bergen unterwegs waren, habe ich z.B. in meinen Handy-Notizen festgehalten, was ich erlebt habe, und dann im Anschluss diese Momente übertragen.
So blicke ich mittlerweile auf 9 1/2 Jahre in zwei Journals zurück, wo ich JEDEN Tag zumindest einen Eintrag gemacht habe. Und es gibt mir so viel zurück.
Fazit
Was mir 9 1/2 Jahre Journal wirklich gezeigt haben: Ein gutes Leben besteht nicht aus großen Momenten. Es besteht aus tausenden kleiner und die vergisst man, wenn man sie nicht aufschreibt.
Es ist sozusagen meine Zeitkapsel, um noch mal einen Rückblick in die Vergangenheit zu haben. Außerdem ist es eine schöne Gewohnheit am Ende eines Tages, die ich häufig auch mit meiner Frau teilen kann.
Fang einfach an. Nicht mit dem Anspruch, jeden Abend etwas Bedeutsames zu notieren, sondern mit dem, was heute war. Das reicht völlig aus.
Tipps
Womit kannst du gleich jetzt starten? 3 Tipps auf die ✋
- Besorge dir ein 5-Jahres-Journal (z.B. von Leuchtturm) und starte mit deinem ersten Eintrag.
- Notiere 2–3 Sätze: gerne auch etwas Kleines oder Lustiges. Kein Minimum, kein Perfektionsanspruch.
- Wenn du einen Tag verpasst: mach am nächsten Tag zwei Einträge. Fertig.
👉 Führst du auch ein nicht digitales Journal oder hast du es mal versucht und wieder aufgehört? Schreib mir gerne, was dich daran gehindert hat.

