Mein Bullet Journal liegt jeden Morgen auf meinem Schreibtisch. Es hilft mir, die Komplexität meines Alltags zu bewältigen: die Woche planen, die wichtigsten Aufgaben tracken und den Kopf frei kriegen.
Im Urlaub brauche ich es dagegen nicht. Und ich vermisse es kein einziges Mal.
Das hat mich überrascht und dann nachdenken lassen. Denn wenn ein Tool, das ich täglich nutze, auf einmal völlig überflüssig ist, sagt das etwas über das Tool und noch mehr über den Alltag, für den ich es brauche.
Die Zeit ohne Bullet Journal tut auch mal gut
Meistens sind es nur irgendwelche Bergtouren oder Ausflüge, die wir als Paar gemeinsam planen.
Ich brauche lediglich mein 5-Jahres-Journal und am Handy meine „Journaling“-App, wo ich jeweils kurz per Foto einen Eintrag pro Tag mache. Das Bullet Journal hilft mir dagegen, meinen stressigeren Alltag zu bewältigen und meine Woche sowie den Monat zu planen.
Und ich muss sagen, es tut vom Kopf her gut, mein Bullet Journal gar nicht aufschlagen zu müssen. Denn das ist es, was ich im Urlaub liebe: ich muss stets nur den nächsten Tag „planen“.
Das heißt aber, ich brauche das Bullet Journal eigentlich nur, um die Komplexität meines Alltags zu bewältigen. Für mich ist es kein klassisches Journaling, dass ich darin mache. Dafür nutze ich andere Kanäle…
Was tue ich stattdessen?
Ich nutze mein 5-Jahres-Journal am Abend und verwende die kostenlose „Journaling“-App auf meinem iPhone, wenn ich mindestens ein Foto am Tag gemacht habe, was im Urlaub auf Bergtouren oder Ausflügen meistens der Fall ist. Dazu schreibe ich kurz 1-2 Sätze auf, so dass ich am Ende des Urlaubes einen schönen kurzen sowie bebilderten Rückblick habe.
Ich muss gestehen: mir fehlt dabei im Urlaub einfach nichts. Es ist befreiend, den Tag über nicht ständig das Bullet Journal zwecks Planung neben mir liegen zu haben. Ich habe aber auch keinen Laptop dabei oder muss mir zu viele Dinge merken.
Dennoch mache ich mir Gedanken, ob ich ggf. vielleicht zu viele Tools nutze, deren Aufgaben sich überschneiden. Dafür kann so eine Auszeit sehr hilfreich sein, um das eigene Verhalten zu reflektieren und die Nutzung der eigenen Tools zu hinterfragen. Was liefert mir wirklich einen Mehrwert und was ist ggf. im Alltag überflüssig?
Fazit: nächstes Mal nehme ich das Bullet Journal gar nicht erst mit
Nächstes Mal kann ich das Bullet Journal definitiv zuhause lassen, das macht meinen Rucksack leichter.
Denn ich muss nichts aufschreiben, um vergessen zu können. Das gelingt mir auch so. Im Urlaub habe ich viel weniger mentale Verpflichtungen und kümmere mich gerade in Bergurlauben nur um den nächsten Tag.
Tipps
Womit kannst du gleich jetzt starten? 3 Tipps auf die ✋
1. Mach eine Urlaubs-Inventur deines Systems.
Schreib vor dem Urlaub auf, welche Teile deines Systems du mitnimmst und welche bewusst nicht. Was du nach zwei Wochen nicht vermisst hast, brauchst du vielleicht im Alltag seltener…
2. Nutze den Urlaub als Experiment: Was übernimmt die Rolle des Planners?
Wenn du kein Bullet Journal dabei hast, was passiert stattdessen? Beobachte dein Verhalten aktiv. Es zeigt dir, was dein System im Kern leistet.
3. Trenne Journaling von Planung.
Das Bullet Journal macht beides gleichzeitig: festhalten und planen. Im Urlaub fällt die Planung weg, aber das Festhalten bleibt (bei mir im 5-Jahres-Journal & Journaling-App). Das ist kein Zufall. Überleg, ob du im Alltag diese zwei Funktionen bewusster trennen willst.

