Minimalistisches Bullet Journal für Männer

Ich schreibe einfach mal drauf los. Wenn man den ganzen Fotos bei Pinterest, Instagram und Co. Glauben schenken kann, nutzen fast ausschließlich kreative Frauen ein Bullet Journal. Das aber auch das andere Geschlecht durchaus damit arbeiten kann, möchte ich in diesem Beitrag zeigen.

Einen Einführungsartikel zum Thema Bullet Journal habe ich vor einiger Zeit bereits veröffentlicht. Jetzt soll es etwas tiefer in meine eigene Nutzung gehen. Dabei möchte ich Tools vorstellen, die ich rund um das Bullet Journal verwende, um so produktiv arbeiten zu können. Denn häufig sind Männer recht pragmatisch, wie es zumindest bei mir der Fall ist. Da muss alles recht schnell, einfach und selbstverständlich funktionieren.

Mein derzeitiges Bullet Journal im "Sylt Style"
Mein derzeitiges Bullet Journal im „Sylt Style“

Ausschließlich alleine nutze ich das Bullet Journal nicht, dafür müsste ich mich von zu vielen Tools trennen, die ich gleichzeitig auch online nutze, z.B. über mein Handy. Aber seit mehr als zwei Jahren erfasse ich zumindest alle meine Notizen im Bullet Journal, sei es zu Hause oder im Büro. Dabei muss ich mich manchmal echt zusammenreißen, damit ich nicht einfach lose Blätter benutze, die ich dann später nicht mehr wiederfinde.

Aber kommen wir erst einmal zu den Vorurteilen, die sich gegenüber dem Bullet-Journaling gebildet haben:

Vorurteile / Meinungen zum Thema Bullet-Journaling

  • Es ist ein reines „Frauending“, wenn man mal bei Instagram oder Youtube schaut, sind dort fast ausnahmslos Frauen aktiv
  • Der Name „Bullet Journal“ ist etwas verpöhnt, obwohl viele Männer ein Notizbuch benutzen…
  • Männer nutzen meistens digitale Tools, weil es einfach cooler ist als ein Old-School-Notizbuch

Aber was wäre der Ansatz für Männer, mit einem Bullet-Journal zu beginnen? Vermutlich ist es nicht nur bei mir so, dass ich ziemlich pragmatisch veranlagt bin. Das gilt auch für meine Notizen bzw. Planungen. Ich brauche keinen großen Schnickschnack und greife deshalb in meinem Bullet Journal auf ein stark minimalistisches Design zurück, eigentlich so, wie es Ryder Carroll, der Erfinder des Bullet Journals, höchstpersönlich vorschlägt.

Tagesübersicht

Mein Tageslayout ganz einfach mit Datum, Tag und einem Trennstrich
Mein Tageslayout ganz einfach mit Datum, Tag und einem Trennstrich. Mehr nicht. 😉

Meine Tagesplanung besteht einfach nur aus dem aktuellen Datum und dem zugehörigen Wochentag. Ein Strich drunter und fertig ist das Layout. Am Vorabend trage ich die anstehenden Termine ein, dazu noch meine 3-6 MIT (Most Important Tasks). Diese priorisiere ich mit einem Sternchen, damit klar ist, mit welchen Aufgaben ich beginnen werde. Sollten diese drei Aufgaben erledigt sein, kann ich den Tag auf jeden Fall als gelungen verbuchen.

Wochenübersicht

Immer wieder habe ich mal damit experimentiert, auf eine Wochenübersicht zu verzichten. Dabei habe ich dann aber teilweise Termine vergessen bzw. diese nicht mehr so auf dem Schirm, als wenn ich meine Termine manuell eingetragen hätte. Deshalb nutze ich für die meisten Wochen wieder ein solches Layout. Im Urlaub kann ich dann gerne auch mal darauf verzichten.

Mein derzeitiges Wochenlayout mit meinen geplanten Tasks unterteilt nach Mind, Body, Karriere und Beziehungen
Mein derzeitiges Wochenlayout mit meinen geplanten Tasks unterteilt nach Mind, Body, Karriere und Beziehungen

Das hier ist mein Wochenlayout, sehr schlicht und schnell erstellt. Ich erfasse alle Wochentage mit dem jeweiligen Datum. Hinzu kommt eine kurze Übersicht der folgenden Woche und eine kleine Box, wo ich kleine Dinge festhalten, die mir so passiert sind. Das stärkt meine Achtsamkeit für die kleinen Momente im Leben und lässt mich im Hier und Jetzt sein. Dazu lasse ich noch etwas Platz für ein kurzes Wochenreview. Was lief gut, was nicht und welche Änderungen möchte ich zukünftig vornehmen? Hinzu kommt noch eine kleine Übersicht mit meinen beruflichen und privaten Aufgaben, wobei ich aber in Zukunft etwas damit experimentieren möchte, denn der Platz wird nicht immer genutzt.

Monatsübersicht

Mein Layout für den Monat weicht ganz leicht vom dem Standard ab, aber nicht stark. Neben der Tagesübersicht platziere ich meinen Habbit-Tracker, der es mir leichter macht, an bestimmte Gewohnheiten zu denken und über den Monat zu verfolgen. Auf der dritten Seite liste ich meine ToDo’s für den privaten und beruflichen Bereich, hinzu kommt eine komplette Seite für das monatliche Review, das ähnlich abläuft wie meine Wochenreflexion.

Meine Monatsplanung inkl. meinem unverzichtbaren Tracker
Meine Monatsplanung inkl. meinem unverzichtbaren Tracker

Future-Log

Hierbei nutze ich 1:1 die Vorgabe von Ryder Carroll. Ich verwende das Future-Log nicht nur für Termine, sondern auch größere Aufgaben oder Projekte, die in bestimmten Monaten im Jahr anstehen. In meinem neuen Bullet Journal habe ich zum Jahresbeginn alle zwölf Monate aufgenommen, sonst war es eigentlich immer nur ein halbes Jahr. Mal schauen, wie häufig ich das Log nutzen werde. Vor allem bei der Reflexion soll es mich über einen längeren Zeitraum unterstützen.

Meine drei Learnings

  1. Gestalte dein Bullet Journal so minimalistisch wie möglich, um möglichst wenig Zeit für Designs zu verwenden
  2. Nutze den Standard von Ryder Carrol und ergänze diesen um deine eigenen Bedürfnisse (Tracker und Review in der Monatsübersicht, Wochenübersicht)
  3. Genieße die Zeit und die Möglichkeit, einfach in deinem Leben ein paar Tage oder Wochen zurückblicken zu können

Fazit

Wie schon geschrieben, nutze ich die vorgeschlagenen Standards, die ich mit ein paar kleinen Anpassungen ergänze. Das muss man so nicht machen, aber für mich habe ich gemerkt, dass ein Monat besser verläuft, wenn ich z.B. auch einen Tracker einsetze. Und gerade die Möglichkeit eines schriftlichen Reviews der Woche oder des Monats lässt einen noch mal kurz innehalten im heutigen, schnelllebigen Internetzeitalter. Für die mobile Nutzung habe ich die offizielle Android App getestet, hier gibt es mehr Infos.

Gerne kann ich auch noch ein paar weitere Fotos veröffentlichen, wenn der Wunsch danach besteht. Ansonsten kann ich die Empfehlung für das Buch „The Bullet Journal Method“ von Ryder Carroll aussprechen.

2 Kommentare

  1. Hallo Daniel, mit deinem Beitrag sprichst du mir aus der Seele. Ich bin gerade dabei, mein erstes bullet Journal aufzusetzen und bin dabei auf deinen Beitrag gestoßen. Die einzelnen Teile der Methode sind nun wahrlich nicht neu, doch Ryder hat sie in genialer weise zu einem in sich geschlossenen system verknüpft.

    1. Hallo Dieter, vielen Dank für deinen Kommentar. Das Bullet Journal nimmt auch bei mir einen immer größeren Stellenwert im Leben ein. Ich finde es einfach klasse, wie toll ich damit reflektieren kann.

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