Bergtour zur Obisell-Alm

Obisellalm

Heute wollen wir über die Bergtour zur Obisell-Alm, im erwähnten Artikel ‘Obererggerhof in Schenna’ berichten, die für uns eine der Highlight-Touren im Jahr 2017 war.

Start der Tour sind die Öbersthöfe in Vernuer auf 1387 Metern, die man sogar von unserem Hof aus in der gegenüberliegenden Bergferne erkennen kann. Wir sind mit dem Auto eine serpentinenartige Straße hoch auf 1387 Metern gefahren. Zum Ende hin wurde die Straße immer schmaler, dass man sich, wie so häufig in Südtirol, keinen Gegenverkehr wünscht. Diesmal war uns der Wunsch nicht Befehl, kurz vor den Höfen musste Daniel mit einem Ausweichmanöver einem entgegenkommenden Auto geschickt ausweichen. Gut, dass ich nicht die Fahrerin war… 😉

Unberührte Natur – ganz für uns allein

Oben angekommen, herrschte kaum Betrieb. Lediglich zwei Schweizerinnen haben sich am Parkplatz zu uns gesellt und nach unserer Tour erkundigt. Zu unser Verwunderung zogen die beiden Damen kurzer Hand ohne Wanderführer und Karte los. Sie beschlossen, die Tour genau andersherum als wir zu laufen. Die beiden waren auch vorerst die einzigen Menschen, die wir weit und breit auf unserer Tour gesehen haben, ansonsten waren wir bis zur Alm fast mutterseelenallein, lediglich eine Handvoll Wanderer sind uns an der Bergflanke des Saltauser Tals auf ihrer Rückroute begegnet.

Wir dachten eigentlich, früh gestartet zu sein. Jedoch haben wir gelernt, “in der Bergen kann man nie früh genug sein…”, wie uns dann auf der Alm bestätigt wurde, da wir keine Zeit für mehr für die Spitze der Hochwart eingeplant hatten. So haben wir beim nächsten Besuch ein weiteres Ziel vor Augen.

Die Tour sind wir wie folgt gelaufen:
Öbersthöfe 1387 m → Hahnenkammhütte → Bergflanke des Saltauser Tals → 2160 m Obere Obisell-Alm → Abstieg über die untere Obisell-Alm → Öbertshöfe 1387 m. Gesamtlänge ca. 9 km, Dauer ohne Pausen 5 Stunden, Höhenmeter Auf 854 m und ab 854m.

Wunderschön: das grasige Plateau zur Hahnenkammhütte.
Wunderschön: das grasige Plateau zur Hahnenkammhütte.

Zu Beginn ging es durch den Wald und über Wiesen zu einem grasigen Plateau mit fantastischer Aussicht auf der Schulter des Pfischtkopf. Die Hahnenkammhütte ist nicht bewirtschaftet und dient mehr als Unterstandshütte. Rechts der Hütte zweigt eine leichtere Variante über die abschüssigen Bergflanken des Saltauser Tals ab, die wir eingeschlagen haben. Nach kurzer Orientierungslosigkeit erreichten wir den Anstieg des durchflossenen Kessel der Oberen Obisell-Alm. Man vermutete gar keinen richtigen Weg. Doch peu a peu führte die Route zu dem kleinen See der urigen Alm, die lediglich per Lastenbahn bewirtschaftet werden kann. Umgeben von steilen Berghängen haben wir das tolle Panorama auf uns einwirken lassen.

Oben angekommen haben wir die zwei Schweizerinnen wieder getroffen, die jedoch ihre Bretteljause bereits eingenommen hatten und sich wieder zeitnah auf die Rücktour begaben. So hatten wir den Außenbereich der Alm mit Blick auf die Hochwart und ein paar Kühe für uns allein. Der nette Almherr sowie die Alminhaberin und Köchin Monika haben uns sehr gut beraten und bekocht.

Was für eine Verpflegung auf der Obisell-Alm

Brennesselknödel auf Obisell-Alm
Fantastische Brennesselknödel, besser geht es nicht! 😉

Serviert wurden originale Brennesselknödel, geschwenkt in Butter mit Parmesan sowie einem leckeren Salat Süditroler Art. Anfangs war ich gegenüber der Empfehlung sehr skeptisch, da ich mir unter Brennessel nichts leckeres vorstellen konnte. Jedoch muss ich sagen, das waren mitunter die leckersten Knödel, die ich bisher gegessen habe. Der nette Hausherr wollte uns noch hoch zur Hochwart „locken“, jedoch war der Bauch zu voll und die Zeit zu knapp. Nach einem tollen Essen und einer entspannten Auszeit auf der Alm ging es wieder hinunter, querfeldein zur unteren Obisell-Alm. Der Rückweg zieht sich in Kehren über die steile, mit Felsen durchsetzten Geländestufen des Saltauer Tals. Nach dem Forstweg und Durchqueren des Waldes erreicht man den Ausgangspunkt. Da wir wieder einige Zeit unterwegs waren, die Knödel gut verdaut im Magen gelandet sind, sind wir noch in einem der Bauernhöfe eingekehrt und haben uns von einer südtirolerischen Großfamilie mit Apfelstrudel und Cappuccino verwöhnen lassen.

Wunderschöne Bergwanderung

Aufgrund der wunderschönen Natur der recht einsamen Tour, der tollen Alm im Kesselschacht und weiteren zahlreichen Abzweigmöglichkeiten, hatten wir eine erlebnisreiche Wanderung mit tollstem Bergpanorama.

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